festival religio
musica nova

zürich, 2. bis 9. dezember 2007

 
programm hintergründe forum
 

eine biennale für
spirituelle neue musik

 
patronat   medienecho   2005
       
 
horatiu radulescu    

Horatiu Radulescu, 1942 in Bukarest geboren, 1969 nach Paris übergesiedelt, lebt heute in Vevey. Seit seiner Studienzeit in Bukarest war Radulescu fasziniert davon, die in jedem Klang enthaltenen Mikrophänomene hörbar zu machen. 1969 begründete er durch sein Stück Credo für neun Celli die spektrale Kompositionstechnik, die er 1973 in seiner Schrift Sound Plasma - Music of the Future Sign erläuterte.

Radulescu erhielt Kompositionsaufträge von allen renommierten internationalen Festivals neuer Musik, von zahlreichen Interpreten, Rundfunkanstalten und Stiftungen sowie von den Kultus-ministerien Frankreichs und Deutschlands. Seit 1971 wurde Radulescu in zahlreichen Sendungen in Rundfunk und Fernsehen in Europa, Nord- und Südamerika, Israel, Japan und Australien bekannt. Sein umfangreiches Oeuvre, für das er glanzvolle Auszeichnungen erhielt, umfasst Werke für Orchester, Soloinstrumente, Stimme, aber auch für unkonventionelle Besetzungen wie etwa 40 Flötisten mit 72 Flöten. Es verbindet poetisch-religiösen Ausdruckswillen mit konstruktiver Formkraft, forschendes Durchdringen der Möglichkeiten der Spektralkomposition mit klangsinnlicher Erfindung. Dabei zählen mehrschichtige Zeitabläufe, ihre Strukturierung, Wahrnehmung und geistige Aussagekraft zusammen mit der Entfaltung spektralen Komponierens zu zentralen künstlerischen Anliegen. In den geheimnisvollen Klanglandschaften seiner Partituren mit so bedeutungsvollen Titeln wie Lamento di Gesù, Angolo divino, awakening infinity, Do Emerge Ulimate Silence, praciticing eternity u.a. laufen mehrere Wahrnehmungsebenen in bewusst kalkulierter Gleichzeitigkeit ab, erzeugen aber in ihrem Miteinander ein Gefühl magischer Trance und Verschmelzung.

Schon 1979 schrieb Olivier Messiaen: “Radulescu ist einer der originellsten jungen Musiker unserer Zeit, der zur Erneuerung der musikalischen Sprache beigetragen hat.” und in Le Monde de la Musique, Paris apostrophiert Jean-Noël von der Weid Radulescu als den "grössten Innovator der Musik von heute”.

Radulescus jüngstes Werk “Cinerum” wurde im Februar 2005 vom Hilliard Ensemble im Rahmen des festival religio musica nova uraufgeführt und von Radio DRS 2 übertragen.

 

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